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A


Amnesie
Erinnerungslosigkeit für einen bestimmten Zeitraum von Minuten, Stunden, Tagen, Wochen, Monaten. Bei Vergiftungen, Infektionen und traumatischen Schädigungen des Gehirns.

Antigen

Substanz, die eine Antwort des Immunsystem herausfordert. Es bilden sich Immunzellen (Lymphozyten) und Antikörper.
Areflexie Die Eigenreflexe können nicht ausgelöst werden.
Ataxie Anderer Ausdruck für Koordinationsstörungen. Bewegungen lassen sich nicht mehr kontrolliert ausführen.
Gangataxie: Breitbeiniger, unsicherer, schwankender Gang. (Sieht so aus als wäre man betrunken)
Standataxie: Unfähigkeit ohne fremde Hilfe zu stehen. Schwanken, Neigung zum Umfallen oder sogar dieses.
Autogenes Training Spezielle Übungen zur Entspannung und Selbstbeeinflußung. Bei richtiger Anwendung bewirkt es einen positive Effekte auf Verspannung und Spastik (Linderung).
Autoimmun
Autoimmunerkrankung
Das Immunsystem richtet sich gegen den eigenen Körper. Durch dieses Fehlverhalten des Immunsystems können Krankheiten enstehen.
Automatismen Unwillkürliche, nicht wissentliche Bewegungen


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B


Basistherapie

Therapie zur Erhaltung des Allgemeinzustandes und zur Verhinderung von Folgeschäden oder Komplikationen.
Behinderung Wird in einer sogenannte erwiterten Skala (bekannt unter EDSS) in Punkten gemessen.
Beta-Interferon Medikament zur Prohylaxe. Bekannt in der Behandlung bei MS sind die 2 Interferone 1a und 1b.
1a wird in Hamsterovarzellen produziert und ist mit dem natürlich identisch.
1b wird in einem Bakterium hergestellt.
Biographische Anamnese Die ganze Lebensgeschichte des Patienten.


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C


CT

Computertomographie. Eine spezielle Röntgenuntersuchung. Es werden Schichtaufnahmen gemacht. Zur besseren Diagnostik wird manchmal ein Kontrastmittel gespritzt.
Cerebellum
cerebellär
Das Kleinhirn. Koordinationszentrum für Bewegung, Aufrechterhaltung des Gleichgewichts und Muskeltonus.
cerebelläre Ataxie Allgemeiner Oberbegriff für verschiedene Koordinations- und Gleichgewichtsreaktionstörungen.
Cerebrum lateinisch = Gehirn
Chemotherapie Medizinische behandlung die vor allem bei der Bekämpfung von Tumoren eingestzt wird. Wegen ihrer Wirkung auf das Immunsystem wird sie auch bei einer schwerer verlaufendenMS als Immunuppressivum eingesetzt.
Chronisch
chronisch progredienter Verlauf
Langsam aber andauernd fortschreitend. Verlaufsform der MS.
Copaxone
(neuer Name wird Glatirameracetat sein)
Medikament zur Prophylaxe. Besteht aus einem Gemisch der 4 Aminosäuren Glutamin, Lysin, Alanin, Tyrosin. Wird als antigenspezifische Immuntherapie eingesetzt.
Corticoide Hormon der Nebennierenrinde. Aus diesem Hormon werden die Cortisonmedikamente hergestellt.
Coputertomographie siehe CT


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D


Diagnose

Erkennen und benennen einer Krankheit und Bezeichnung mit ihrem medizinischen Namen. Die Diagnostik sind die Untersuchungen die zur Diagnose führen.
Dysarthrie Störungen beim Sprechen wie abgehackt, leise oder ohne Betonung. Koordinationsstörungen in der Sprachmuskulatur. (Wie bei der Ataxie)
Dysästhesie Sehr unangenehme Mißempfindungen bei Berührung der Haut. Hier auf meinen Seiten auch als Hautirritation bezeichnet.
Dysdiadochokinese Einschränkung der Feinbeweglichkeit und Unfähigkeit, rasch aufeinanderfolgende Bewegungen (z.B. Finger) auszuführen.
Dysmetrie Koordinations– bzw. ataktische Störung. Zielunsicherheit. Falsches Abmessen einer Bewegung, zu kurz, zu weit, zu schwach, zu kräftig, z.B. auch unnötig weites Spreizen der Finger beim Ergreifen eines Gegenstandes.


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E


EEG

Elektroenzephalographie. Messung der Hirnströme, die bei der bioielektrischen Tätigkeit enstehen und gemessen werden können.

ED
Encephalomyelitis disseminata
Dieses steht als Diagnose auf Ihrem Krankenschein. Encephalon (griech.)= Gehirn. Myelon (griech.) = Rückenmark. Disseminiert = verstreut.Also verstreut herdförmig auftretende Hirn- und Rückenmarksentzündung.Dies ist die Bezeichnung für das entzündliche (akuter Schub) Stadium der MS.
EDSS Eine Skala, nach der der Grad der Behinderung gemessen wird.
Entmarkungsherde Das sind herdförmigen Entzündungen, die die Markscheiden (Myelin) im Gehirn oder Rückenmark zertören.


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F


Fatigue

Allgemeine physische und psychische Erschöpfung. Fatigue= Müdigkeit. Tritt sehr häufig bei MS auf.
Finger-Nasen-Untersuchung Typische Routineuntersuchung.Bei geschlossenen Augen wird der Zeigefinger mit abgewinkeltem Arm zur Nasenspitze geführt. Dies ist eine Prüfung der Zielsicherheit und somit der Funktion des Kleinhirns.


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G


Gadolinium

Kontrastmittel, das zur Darstellung frischer entzündlicher MS-Herde in der Kernspintomographie eingesetzt wird. Es wird intravenös gespritzt.
Globulin Bestimmte Gruppe von Eiweißstoffen im Blut. Eine ihrer Fraktionen enthält auch die Träger der Immuneigenschaften (Immunglobulin) im Blut. Wichtig als Körperbaustein für Hormone, Bestandteile von Enzymen und als Blutgerinnungsfaktoren.


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H


Hippotherapie

Reittherapie. Wird sehr gerne bei Geh- und Rückenproblemen eingesetzt.Wird von der Krankenkasse normal nicht übernommen.
Hormon Chemischer Stoff, der von Drüsen in die Blutbahn abgesondert wird und in dafür empfindlichen Organen im Zellstoffwechsel sich auswirkende Reaktionen in Gang setzt.
Hypästhesie Verminderte Empfindlichkeit bei Berührungen.
Verminderte Empfindlichkeit von Schmerzreizen.
Hyperpathie Leicht Berührung (oder Reize) löst eine unangenehmen, oft brennenden Schmerz aus. Auch nach Ende der Berührung bleibt oder verstärkt sich der Schmerz sogar. In meinem Krankheitsverlauf bezeichne ich es immer als Hautirritation.


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I


Imurek

Medikament zur Unterdrückung des Imunssystems

Immun

Unempfänglich (z.B. Immunsystem = Unempfänglich gegen Krankheitserreger)
Immunagression Abwehr körperfremder Substanzen. Oder bei Fehlleitung des Immunsystems auch auf körpereigene Zellen.
Immunglobuline Eiweißkörper, Träger der Immunität.
Immunisierung Erzeugung von Immunität. (z.B. Bei Grippeimpfung)
Immunologie Lehre von der Immunität und der immunbiologischen Reaktionen des Organismus.
Immunopathie: Krankheiten infolge von fehlgesteuerten Immunvorgängen.
Immunsuppression: Maßnahmen zur Unterdrückung von Immunvorgängen, vorwiegend durch Medikamente. Z.B. Verhinderung der Abstoßung eingepflanzter Organe oder Behandlung fehlgesteuerter immunologischer Vorgänge, die gegen eigenes Körpergewebe gerichtet (Autoimmunerkrankung) sind.
Immunseppressivum Medikament zur Unterdrückung des Immunsystems.
Immunsystem Das Immunsystem ist die körpereigene Abwehr von Fremdzellen und Erregern. Bei MS richtet es sich (wahrscheinlich) gegen körpereigene Zellen (Autoimmun).
Immuntherapie Verwendung von Medikamenten oder Anwendungen zur Stärkung oder auch Schwächung des Immunsystems oder Teilen davon.
Indikation Maßnahmen oder Therapien aufgrund einer Diagnose.
Inkontinenz Unfreiwilliger Urin- oder Stuhlabgang. Unvermögen, willkürlich Harn oder Stuhl zurückhalten zu können.
Interferone Eiweißkörper, gebildet von einer virusinfizierten Wirtszelle mit Hemmwirkung gegenüber Virusvermehrung innerhalb der Zelle. Keine einheitliche Stoffgruppe.
Alpha-lnterferon: wird von Leukozyten (weißen Blutkörperchen) gebildet.
Beta-lnterferon: wird von Fibro-blasten gebildet. Wird zur Behandlung der MS eingesetzt.
Gamma-Interferon: wird von Lymphozyten gebildet. Kann einen MS-Schub auslösen.
Intravenös Einspritzung von in Lösung befindlichen Substanzen (Medikamenten) in eine Vene.
.... itis Wortendung. Bezeichnet Entzündungen.


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J



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K


Katheter
Katheterisieren

Röhrenförmiges starres oder elastisches Instrument verschiedener Größen, das in Hohlorgane des Körpers eingeführt wird, um etwas zu entleeren oder einzugießen, z.B. Herz-, Venen-, Harnblasenkatheter (zum Ablassen von Harn).
Kernspinthomographie Neues bildgebendes Diagnoseverfahren für die Medizin (ohne Verwendung von Röntgenstrahlen). Anatomisch getreue, lehrbuchartige Darstellung von krankhaften Organ- und Gewebeveränderungen, Durchblutungsstörungen, Darstellung von Gehirn, Rückenmark und MS-Herden. Atomkerne, z.B. Wasserstoff, werden in einem starken Magnetfeld durch hochfrequente elektromagnetische Impulse beeinflußt und geben dadurch Resonanzsignale ab, aus denen Schnittbilder (Tomogramme) des Körpers, bei der MS des Gehirns und des Rückenmarks mit seinen Krankheitsherden, errechnet und abgebildet werden. Daher auch die Bezeichnung für dieses diagnostische Verfahren: NMR = nuclear magnetic resonance (engl.) oder MRI = magnetic resonance imaging. Nucleus: (lat.) = Kern. Spin: (engl.) = schnelle Drehung. Quantenzahl, mit der die Rotation (Eigenimpulse) von Elementarteilchen und Atomkernen (hier Wasserstoff) angezeigt wird.
Klonus Unwillkürliche, rhythmisch aufeinander folgende, erschöpfliche oder unerschöpfliche Kontraktionen (Zuckungen) von Muskeln oder Muskelgruppen, zur Spastik (s.) gehörend, z.B. Fußklonus: bei Aufsetzen des Vorfußes rhythmisches Auf- und Abschlagen von Fuß und Unterschenkel, zumeist willkürlich nicht oder nur sehr schwer zu unterdrücken.
Knie-Hacken-Versuch Bei geschlossenen Augen wird im Liegen die Ferse auf die andere Kniescheibe gesetzt und über die Schienbeinkante zum Fuß geführt. Prüfung der Zielsicherheit.
Kraftgrade zur Feststellung von Lähmung oder Teillähmung:
0 = keinerlei Muskelkraft
1 = nur sichtbare schwache Muskelkontraktionen (s.) ohne Bewegungseffekt
2 = Bewegungseffekt unter Ausschaltung der Eigenschwere der Gliedmaße oder des Gliedmaßenabschnitts
3 = Bewegung gegen Eigenschwere der Gliedmaßen möglich
4 = Bewegungen gegen mäßigen Widerstand möglich
5 = normale Muskelkraft


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L


Lähmung (spastisch)

Hervorgerufen durch Schädigung motorischer Bahnen im zentralen Nervensystem. Symptome: gesteigerte Muskeleigenreflexe, pathologische Reflexe, Erhöhung des Muskeltonus, Beine in Streckstellung, steif, Adduktorenspasmus, Arme später in Beugestellung, Aufhebung der Fähigkeit, besonders mit den Fingern Einzelbewegungen auszuführen (kein Muskelschwund).
Bei Multipler Sklerose die Regel.
Läsion Verletzung, Störung, Schädigung.
Latent Ruhender Krankheitsprozess
Latenzzeit (elektrophysiologisch) Zeit zwischen Reizung und auf diesen Reiz erfolgende Reaktion.
Liquor Flüssigkeit, Lösung: In der Neurologie bezeichnet mit Hirn-, Nervenwasser, Rückenmarkflüssigkeit. Wässrige helle, klare Flüssigkeit in den Hirnkammern, wo sie gebildet wird und das Gehirn und Rückenmark wie einen Flüssigkeitsschutzmantel umgibt.
Liquorunterdruck-Syndrom durch Liquorverlust infolge Entnahme (Punktion) heftige Nacken-Kopfschmerzen mit Nackensteifigkeit. Beschwerden halten einige Tage an, können mit Erbrechen und Übelkeit einhergehen. Sie nehmen typischerweise im Sitzen und Stehen zu, lassen im Liegen aber deutlich nach.
Lokalisationsvermögen Bei Setzung eines reizes muß dieser bei geschlossenen Augen der Ort des reizes bestimmt werden.
Lumbalpunktion Entnahme von Liquor aus dem Wirbelkanal mit einer Kanüle (Hohlnadel) in Höhe des 3./4. oder 4./5. Lendenwirbels. In diesem Bereich findet sich kein Rückenmark mehr.
Lymphozyten Aus dem Knochenmark stammende weiße Blutkörperchen mit einem Kern, die in bestimmten Lymphorganen zu T-, in anderen zu B-Zellen geprägt werden. Dadurch erlangen sie die Fähigkeit, auf Antigene mit einer Immunantwort zu reagieren.


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M


Manifestition

Zeitpunkt, zu dem erstmals Krankheitserscheinungen feststellbar sind.
Markscheide Die mehrschichtige, weißliche Hülle der Nervenfasern in Gehirn und Rückenmark und der peripheren Nerven, die aus fettähnlichen Substanzen besteht und die gleichsam das Isoliermaterial um die "Nachrichtenkabel" der Nervenbahnen sind. Ohne Markscheiden ist keine rasche Nervenleitung möglich.
Meningitis Hirnhauitentzündung
Mobilisation
Mobilisieren
Maßnahmen zur Verbesserung der Beweglichkeit, z.B. Gelenke, Muskeln durch krankengymnastische Behandlung.
Morbus Krankheit
Motorik Durch das Gehirn gesteuertes, über motorische Nervenbahnen ablaufendes Bewegungsgeschehen, bestehend aus Willkür-, Ziel-, Halte- und Stützmotorik.
MS
Multiple Sklerose
multiple: zahlreich, verstreut, vielfach, an verschiedenen Orten des zentralen Nervensystems sich entwickelnde Entzündungsherde. Diese können sich im Anfangsstadium ihrer Entstehung zurückbilden (Remission). Sklerose: Verhärtung der ursprünglich entzündlichen Herde durch Bildung von Narbengewebe (Glia). Sklerotische Herde, von verschiedener Größe, nicht rückwandelbar in funktionsfähiges Nervengewebe.
Muskelrlaxsans Muskelerschlaffungsmittel mit Wirkung bei Muskelspastik
Myelin Eiweißgebundene fettähnliche Substanzen. Die so eingescheideten Nervenfasern werden als markhaltig bezeichnet. Im Hirn und Rückenmark wird es von spezifischen Zellen, den Oligodendrozyten, gebildet.
Myelitis Entzündung des Rückenmarks, auch meist akut verlaufende Rückenmarkserkrankung .


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N


Nerv (Nervus)

Bündel von Nervenfasern, die von Markscheiden und bindegewebigen Hüllen umgeben sind. Die Fasern leiten entweder in Richtung des Gehirns zur Wahrnehmung sensibler Reize von Haut, Gelenken, Muskeln und inneren Organen oder in Richtung Peripherie, um z.B. eine Muskel- oder Organkontraktion herbeizuführen.
Nervensystem Gesamtheit der nervösen Strukturen. Gehirn, Rückenmark als Zentralnervensystem. Nervenwurzeln, Nervengeflechte, Nervenstränge als peripheres Nervensystem. Sympathikus, Parasympathikus als vegetatives (autonomes) Nervensystem.
Neural Den Nerv betreffend.
Neuralgie Nervenschmerz. Oft heftige, anfallsweise auftretende Schmerzzustände im Ausbreitungs- (Versorgungs-)gebiet eines sensiblen Nerven. Schmerz kann wellenförmig, attackenmäßig oder anhaltend auftreten, wird als stechend, bohrend, reißend, brennend empfunden, bleibt meist auf ein umschriebenes Gebiet begrenzt.
Neurasthenie "Nervenschwäche", seelischer Zustand, der gekennzeichnet ist durch abnorme geistige Ermüdbarkeit, herabgesetzte Belastbarkeit und Vitalität, reizbare Verstimmung, rasche Entmutigung, mangelndes Durchhaltevermögen, Verstimmbarkeit und seelische Labilität. Ursachen: oft angeboren, in der Rekonvaleszenz, nach erschöpfenden, organischen Krankheiten. Zustand beruht nicht auf nachweisbaren organischen Schädigungen des Gehirns.
Neurogen Von Nerven oder vom Nervensystem ausgehend.
Neuroleptika Medikamente, die auch bei geistigen Störungen organischer Art eine beruhigende, dämpfende Wirkung auf die verschiedenen krankhaften psychischen Symptome ausüben.
Neurologie Lehre von der Erkrankung und Behandlung des zentralen, peripheren, vegetativen Nervensystems und der Muskulatur.
Neuromyelitis optica Wahrscheinlich besondere Form der MS. Symptome: Sehnervenentzündung, kurz darauf Querschnittslähmung in den oberen Abschnitten des Rückenmarks. Prognose schlecht.
Nero-Orthopädie Lehre von den normalen und krankhaft gestörten Beziehungen von Wirbelsäule und Rückenmark sowie den Nervenwurzeln.
Neuro-Otologie Lehre von den normalen und krankhaft gestörten Beziehungen zwischen Nervensystem und Ohr ein-schließlich Gleichgewichtsorganen.
Neuro_Psychologie Lehre von den Funktionen des Ner-vensystems. Lehre der elektrischen Vorgänge im Nervensystem, z.B. Elektroenzephalographie (EEG), Elektromyographie (EMG), Nervenleitgeschwindigkeit (Elektroneurographie), evozierte Potentiale, Elektronystagmographie (ENG) oder der chemischen Vorgänge im Organismus (physiologische Chemie).
Neuroradiologie Untersuchung des Nervensystems mit röntgenologischen Methoden, z.B. zerebrale und spinale Angiographie, Myelographie, Szintigraphie, Computertomographie, Kernspintomographie.
Neurosen Verhaltensstörungen wie Angst, Kontaktscheue, Zwang u.a. in Verbindung mit vegetativen Störungen wie Herzklopfen, Magen-Darm-Beschwerden, Schlafstörungen infolge Konflikten und gestörter Erlebnisverarbeitung, die bis weit in die Kindheit zurückreichen können.
Neurotisch ein zur Neurose gehöriges Verhalten.
Neurotransmitter vom Organismus produzierte Stoffe in minimalen Mengen, aber hochwirksam für die Übertragung von Nervenimpulsen besonders an den Synapsen. Bei Fehlen schwere Ausfallerscheinungen.
NLG Nervenleitgeschwindigkeit, motorisch oder sensibel. Bei Markscheidenzerfall Verlangsamung der NLG. Dies ist Messbar.
NMR nuclear magnetic resonance (engl.),Kernspintomographie.
Nystagmus Augenzittern. Unwillkürlich ablaufende Ruck- oder Pendelbewegungen der Augäpfel in horizontaler, seltener in vertikaler Richtung.
Blickrichtungsnystagmus: Auftreten von Rucknystagmus mit einer schnellen und langsamen Komponente beim Blick nach links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle Bewegung erfolgt in Blickrichtung (häufig bei MS).
optokinetischer Nystagmus: Auftreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter Gegenstände mit den Augen, z.B. fahrender Zug, rotierende Schwarzweiß-Streifen. Bei MS häufig gestört.
Pendelnystagmus: Hin- und Herpendeln der Augen beim Blick geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist angeboren.
Rucknystagmus: bestehend aus einer nach der kranken Seite langsamen und nach der Gegenseite schnellen Bewegung.


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O


Opthalmoplegie

Lähmung der Augenmuskeln einschließlich des Lid-Hebemuskels. Das Lid hängt herunter und verdeckt das Auge. Die Lähmung kann partiell sein und nur einen, oder einige Augenmuskeln betreffen. Oft mit Doppelbildern verbunden.
Osteoporose Knochenentkalkung, oft bei Bewegungsmangel. Rollstuhlfahrer besonders gefährdet.


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P


Pallästhesie

Vibrationssinn. Wahrnehmung der Schwingungen einer auf einen dicht unter der Haut liegenden Knochen aufgesetzten Stimmgabel.
Pallhypästhesie: verminderte Vibrationsempfindlichkeit.
Pallanästhesie: aufgehobenes Vibrationsempfinden.
Eine Standarduntersuchung bei MS.
Parästhesie Von selbst, ohne Reiz von außen, auftretende Mißempfindungen. Bei MS z.B. Ameisenlaufen in Gliedabschnitten, oft unangenehm, oder Schnürgefühle, Bandagengefühle, wovon Rumpf, größere Gelenke oder Extremitätenabschnitte betroffen sein können. Bei MS meist asymmetrisch, von verschiedener Dauer und Heftigkeit.
Parese Teillähmung.
Hemiparese: Halbseitenlähmung.
Monoparese: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Glied-maßenabschnittes.
Paraparese: Lähmung beider Arme oder Beine.
Tetraparese: Lähmung beider Arme und Beine.
Parosmie Fehlwahrnehmung von Geruchsstoffen, die meist als unangenehm empfunden werden. Auch Überempfindlichkeit gegenüber Geruchsstoffen. Hervorgerufen durch Teilschädigung eines oder beider Riechnerven.
Pathogenese Entstehung und Entwicklung einer Krankheit durch definierte (festgestellte) Ursache.
Perimetrie Aufzeichnung der Gesichtsfelder mit zu diesem Zweck konstruierten Apparaturen. Untersuchung der Grenzen des Gesichtsfeldes und dessen evtl. Ausfällen.
Periphäres Nervensystem Die Nervenbahnen außerhalb des Zentralnervensystems. Die aus motorischen, sensiblen, vegetativen Fasern bestehenden Nervenanteile, gegliedert in Nervenwurzeln, Arm- und Beinnervengeflechte, Nervenstränge des Rumpfes und der Extremitäten.
Persistenz Fortbestand, z.B. eines Krankheitsgeschehens.
Placebo Scheinmedikament. Wird bei Zulassung von Medikamenten an Testpersonen gegeben.
Plaque (frz. = Platte) fleckförmig begrenzte, plattenartige Erhabenheit oder Gewebsverdichtung unterschiedlicher Größe. Bei MS die sklerotischen, aus Gliafilz bestehenden Herde im zentralen Nervensystem.
Plasmazelle Vorkommend im Knochenmark, vor allem im lokalen Bindegewebe und Iymphatischen Gewebe. Produzent der humoralen (in Körpersäften ablaufenden) Antikörper (der Gammaglobuline).
Prophylaxe Vorbeugung. Prophlaxemedikamente zur Verlangsammung bei MS sind u.a. die Interferone, Copaxone und die Immunsuppresiva.
Psychoanalyse Aufdecken und damit Heilung verdrängter, unerledigter, unbewußt gewordener Konflikte, die, obwohl für den Betreffenden nicht mehr erkennbar (= unbewußt geworden), das seelische und/oder körperliche Befinden erheblich beeinträchtigen können.


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Q



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R


Reflex

Unwillkürliche gesetzmäßig ablaufende Reaktion des Nervensystems auf einen Reiz, z.B.Dehnung eines Muskels durch Schlag mit dem Reflexhammer auf dessen Ansatzsehne bewirkt reflektorisch Kontraktion (Zusammenziehen) des betreffenden Muskels mit Bewegungseffekt. Muskeleigenreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan identisch sind, z.B. der Muskel.
Fremdreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan nicht dasselbe sind, z.B. Berührung der Hornhaut löst Lidschluß aus.
pathologischer Reflex: tritt nur auf bei Schädigung der absteigenden zentralen motorischen Bahnen im Gehirn, Hirnstamm und Rückenmark. Z.B. Babinski-Reflex (Eigenname): Bei Bestreichen der Fußsohle mit einem spitzen Gegenstand langsame nach oben gerichtete Bewegung der großen Zehe und Spreizung der anderen. Alle pathologischen Reflexe sind Fremdreflexe.
Regeneration Heilung unter Wiederherstellung der Funktion. (Gehirn und Rückenmark besitzen nicht bzw. nur ganz unwesentlich die Fähigkeit zur Regeneration. Vernarbte MS-Herde können nicht in funktionsfähiges Nervengewebe zurückverwandelt werden.)
Rekonvaleszenz Genesungszeitraum nach abgeklungener Erkrankung.
Rekonvaleszent: Genesender.
Remision Rückbildung der Krankheitszeichen, z.B. bei MS eines Schubes (z.B. remittierender Verlauf).
Remyelinisierung Nervenfasern, die z.B. im Rahmen der Entzündung der MS ihre Markscheide verloren haben, können bis zu einem gewissen Ausmaß wieder neu bemarkt werden (durch die Oligodendrogliazellen, spezifische für die Markscheidenbildung zuständige Zellen).
Restharn nach dem Wasserlassen abnormalerweise in der Harnblase verbleibender Urin.
Risikofaktoren krankhafte Störungen, die eine zusätzliche Gefahr bilden für den Verlauf einer Erkrankung, einer notwendigen Operation, dem Verlauf einer MS.
Romberg-(Eigenname)Versuch Prüfung der Standsicherheit. Stehen mit geschlossenen Füßen, waagerecht vorgehaltenen Armen und geschlossenen Augen. Bei Standataxie Schwanken oder Fallen nach einer Seite, nach vorn oder rückwärts, nach allen Richtungen.


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S


Sensibilität

Fähigkeit der Wahrnehmung von Berührungs-, Tast-, Schmerz-, Temperaturreizen, Vibration nach Stärke und Lokalisation.
Sensomotorik Zusammenspiel der motorischen und sensiblen Funktionen, um flüssige Bewegungsabläufe zu gewährleisten.
Skandierende Sprache Koordinationsstörung des Sprechens, die sich als abgehacktes (jede Silbe für sich gesprochen) und verwaschenes (undeutliches) Sprechen äußert.
Skotom Gesichtsfeldausfall, blinde Stelle im Gesichtsfeld, dunkel oder grau.
Skotom, zentrales: Sehverlust im mittleren Teil des Gesichtsfeldes an der Stelle des schärfsten Sehens.
Somnolenz Krankhafte Schläfrigkeit als Bewußtseinstrübung (vom Gehirn ausgehend). Zustand verfällt der Erinnerungslosigkeit (Amnesie).
Spastik Krankhafte Erhöhung des Muskeltonus als federnder, mit der Geschwindigkeit passiver und aktiver Bewegungen zunehmender Muskelwiderstand, z.B. Beine in Streckhaltung können nicht in den einzelnen Gelenken gebeugt werden.
Sphinkter ani Afterschließmuskel. Lähmung: Der After klafft, der eingeführte Finger wird nicht reflektorisch von der Schließmuskulatur umschlossen. Meist kombiniert mit Unfähigkeit, Stuhl abzusetzen und flüssigen Stuhl zurückzuhalten.
Sphinkter vesicae Blasenschließmuskel. Bei schlaffer Lähmung unwillkürliche Harnabgabe. Bei spastischer Lähmung Unfähigkeit, die Harnblase zu entleeren.
Spinale Ataxie infolge Schädigung sensibler Bahnen im Rückenmark gelangen Informationen über Stellung der Gelenke und Spannung der Muskulatur nicht mehr zur entsprechenden Zentrale des Gehirns. Wegen dieses Informationsmangels werden Bewegungen nicht mehr steuerbar = Ataxie: Unordnung im Bewegungsablauf.
Synapse die chemisch wirksamen Impulsübertragungsstellen zwischen zwei Nerven bzw. zwischen Nervenfasern und Muskeln. Damit die Impulsübertragung zustande kommt, bedarf es eines für die Synapse spezifischen chemischen Überträgerstoffes.
Syndrom Gruppe von sich weitgehend gleichenden Krankheitszeichen, denen verschiedene Ursachen und Verläufe zugrunde liegen können.
Schub Erneutes Auftreten von Krankheitszeichen nach mehr oder weniger langer Pause und nach mehr oder weniger erfolgter Rückbildung der Symptome. Bei MS spricht man von einem Schub wenn sich die Symptome um mind. 24 Stunden verschlechtern. Dies gilt allerdings nicht bei zusätlichen Erkrankungen wie z.B. einer Erkältung.


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T


Taktil

Den Tastsinn betreffend
Tasterkennen Erkennen von Gegenständen durch tasten bei geschlossenen Augen.
Therapie Krankenbehandlung medikamentös, krankengymnastisch, physikalisch (mit Apparaten), psychisch (Psychotherapie), mit Beschäftigung (Ergotherapie).
Thermanästhesie aufgehobenes Temperaturempfinden.
Thermhypästhesie: eingeschränktes Temperaturempfinden.
Thymoleptika Psychopharmaka zur Behandlung von Depressionen, wirken stimmungsaufhellend, angstlösend, antriebsfördernd.
Tiefensensibilität Wahrnehmung der Stellung der Gelenke und des Spannungsgrades der Muskeln. (Zur Tiefensensibilität gehört auch das Vibrationsempfinden)
Tomogramm Röntgen-Schichtaufnahme
Tomographie Röntgen-Schichtaufnahmeverfahren zur Darstellung von Organschichten in genau abzumessenden Tiefen und Abständen.
Tonus Durch Nerveneinfluß ständig erzeugter schwacher Spannungszustand u.a. der Muskulatur, der Blutgefäßwände.
Hypertonus: erhöhter Muskeltonus, Bluthochdruck.
Hypotonus: verminderter Muskeltonus, niedriger Blutdruck.
atonisch: aufgehobener Muskeltonus.
Tranquilizer (engl.): beruhigende, affektdämpfende, die innere Spannung lösende Arzneimittel.
Transmitter Überträgerstoff, Mittlersubstanz für die Reizübertragung an Synapsen.
Tremor Zittern. Aktions-Bewegungstremor: Auftreten von Zittern bei Ausführung einer Bewegung, besonders mit Armen und Händen, kann den geordneten Bewegungsablauf vernichten, z.B. auch beim Greifen eines Gegenstandes.
Intentionstremor: Auftreten des Zitterns bei Zielbewegung, z.B. FNV = Finger-Nase-Versuch.
Ruhetremor: langsames, weiches Zittern in Ruhestellung, besonders der Hände und Finger, schwindet oder verringert sich bei Ausführung einer Bewegung.


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U


Urulogie

medizinisches Fachgebiet, das sich mit den Störungen der Harnwege befaßt.


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V


Vegitative Funktionen

Regulierung der lebenserhaltenden Funktionen von Herz, Kreislauf, Blutdruck, Atmung, der Tätigkeit der inneren Organe, von Schlafen und Wachen u.a.m.
Vegitatives Nervensystem (autonomes Nervensystem): der von willkürlicher Beeinflussung freie, vom Bewußtsein unabhängig wirksame Teil des Nervensystems, der die Tätigkeit der inneren Organe, den Blutkreislauf, die Atmung je nach Beanspruchung reguliert.
VEP visuell evozierte Potentiale: Durch optische Reize (z.B. wechselndes Schachbrettmuster) werden Aktionspotentiale im Gehirn ausgelöst, die mit entsprechenden Geräten erfaßt, elektronisch aufsummiert und gemessen werden können. Gibt Auskunft über Erkrankungen (auch abgelaufene) in der Sehbahn.
Verhaltenstherapie auf Lernen begründetes psychotherapeutisches Verfahren, bei dem angestrebt wird, Fehlverhaltensweisen abzubauen und durch Neuorientierung und Üben ein angepaßtes Verhalten herbeizuführen.
Vibrationsempfinden Wahrnehmung der Schwingungen einer auf markante Knochenpunkte, z.B. Ellenbogen, Kniescheibe, Zehengelenk usw., aufgesetzten Stimmgabel (Pallästhesie).


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W


Wirbelsäule

der von der Gesamtheit der Wirbel-körper gebildete zentrale Teil des Körperskeletts (Achsenskelett).
cervical: den Halsteil betreffend, sieben Wirbel.
thoracal: den Brustteil betreffend, zwölf Wirbel.
lumbal: den Lendenteil betreffend, fünf Wirbel.
sakral: den Kreuzbeinteil betreffend, fünf Wirbel.
coccygeal: das Steißbein betreffend, fünf Wirbel.


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X



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Y



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Z


ZNS
Zentrales Nervensystem

(ZNS). Gehirn und Rückenmark als das der Reizverarbeitung und -beantwortung sowie der Bewußtseinsbildung und den Denkprozessen (Gehirn) dienendes Integrationszentrum des Nervensystems.


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