MS

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Multiple Sklerose



Kleine Einleitung


Warum schreibe ich hier über meine Krankheit? Nun, mir passiert es oft, dass mich jemand fragt, wann ich denn den Unfall hatte. Wenn ich dann aber sage, ich habe MS, bekomme ich allzu oft solche Sachen zu hören wie: Muskelschwund, Knochenkrankheit, ja es geht sogar so weit, dass ich, weil ich im Rollstuh sitze, angesprochen werde als sei ich verblödet. Und sehr Viele, die wissen was MS ist, sind aber nur zu einem kleinen Teil darüber aufgeklärt. Für sie ist MS gleichzusetzen mit Rollstuhl. Aber das ist es bei weitem nicht. Und MS wäre nicht heilbar. Das ist in soweit zwar richtig was die Schulmedizin angeht, aber ich möchte gerne eine kleine Geschichte, die ich erlebte, dazu erzählen.

1996 war ich zum ersten Mal schwer betroffen von der MS. Laufen war eigentlich nicht mehr möglich, ich war eigentlich ein Pflegefall. Es war ein akuter Schub, also noch nichts Endgültiges. Nach einer Cortisonbehandlung ging es mir nach 3-4 Wochen deutlich besser. Ich schaffte schon fast wieder 2-3 km zu laufen. Bei einem Spaziergang im Ort kam mir ein älterer Herr auf 2 Krücken entgegen. Wir saßen auf einer Bank und kamen ins Gespräch. Dabei stellte sich heraus, dass auch er an MS leidet. In den 50 Jahren war er allerdings für fast 4 Jahre ans Bett gebunden. Anīs Gehen war da überhaupt nicht zu denken. Aber wie gesagt, er kam mir auf Krücken entgegen.

Soviel zum Thema MS wäre nicht heilbar. Der Körper besitzt Selbstheilungskräfte, die bitte niemand unterschätzen sollte.

Nun sitze ich hier und schreibe über dieses Thema um einfach ein bisschen Aufklärungsarbeit zu leisten. Ich hoffe, dass dies hiermit auch gelingt. Auf der Seite Links habe ich auch einige interessante Verweise zu mir bekannten Seiten über dieses Thema gesetzt. Sollten Sie noch weitere kennen, ich bin für jeden Hinweis sehr dankbar.
Achja, noch etwas. Ich kann hier nur ein bisschen einführen in die Materie. Um das ganze Thema ausführlich zu erklären müsste ich ein ganzes Buch schreiben aber erstens habe ich dazu keine Lust und zweitens gibt's schon genug Bücher in dieser Richtung. Und selbst dann wären wohl die meisten Fragen nicht beantwortet.





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Was ist MS?



MS ist eine Nervenkrankheit, die sich im Zentralen Nervensystem (kurz ZNS) abspielt. Das heisst im Gehirn und Rückenmark. MS übersetzt heißt: viele Verhärtungen. Diese Verhärtungen entstehen durch entzündliche Prozesse. Wodurch diese widerum entstehen, weiß allerdings so genau bis heute niemand. Man geht davon aus (was allerdings noch nicht bewiesen ist), dass es sich um eine Autoimmunkrankheit handelt. Also, das Abwehrsystem des Körpers richtet sich gegen den Körper selbst. Sollten Sie die Diagnose MS erhalten haben und der Arzt stellt Ihnen einen Krankenschein aus, so wundern Sie sich aber nicht, wenn dort nicht MS, sondern ED als Diagnose draufsteht. ED heißt Enzephalo-Myelitis disseminata. Eigentlich ist es das Selbe, nur der medizinische Ausdruck lautet halt ED, was die Krankheit auch genauer beschreibt. Aber mehr darüber unter dem Punkt Krankheitsverlauf. Unter diesem Punkt erkläre ich die Krankheit genauer.

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Was ist MS nicht?

Nun mal zu einigen erfreulichen Punkten.


MS ist nicht tödlich! Sie betrifft keine lebenswichtigen Organe, sondern nur das zentrale Nervensystem.

MS ist nicht ansteckend. Sie wird höchstwahrscheinlich vom eigenen Immunsystem ausgelöst.

MS ist nicht vererblich. Bis zum heutigen Tag ist nicht bekannt, dass MS vererblich wäre. Es kann zwar mal passieren, dass in einer Familie tatsächlich MS öfters auftritt, mir persönlich ist aber nur ein Fall bekannt, bei dem in einer Familie tatsächlich 2 MS haben.

Auch "verblödet" man durch MS nicht. MS ist eine Nervenkrankheit, keine Intelligenzkrankheit.


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Diagnose

Zuerst, über Symptome will ich hier nicht sprechen. Es gibt so viele verschiedene davon, die aber auch zu anderen Krankheiten zählen könnten, dass ich nur Unsicherheit damit verbreiten würde. Selbst Ärzten fällt es nicht einfach, MS zu diagnostisieren.

Ihr Hausarzt wird Sie höchstwahrscheinlich an einen Neurologen überweisen (Sie werden merken, wie wenig es davon eigentlich wirklich gibt. Dementsprechend nehmen Sie sich genug Zeit dafür :-) ). Die eigentliche Diagnose besteht mehr aus einem Zusammensetzen mehrerer Teile, vergleichbar mit einem Puzzle. Zum einem werden andere Krankheiten ausgeschlossen (z.B. über das Blutbild), zum anderen werden die weiteren Untersuchungen "passend" zusammengesetzt. Die wichtigsten Untersuchungen sind dabei:


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Blutbild


Über das Blutbild werden eigentlich nur verschiedenen andere Möglichkeiten ausgeschlossen. Da MS sich nur im ZNS abspielt und dies ein geschlossener Kreislauf ist, kommt das Blut eigentlich nicht direkt mit dem Nervenwasser in Berührung. Es dient nur dazu auch andere Möglichkeiten oder Erkrankungen auszuschließen oder zu finden.



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Kernspin

Kernspin ist die "Röntgenbilderuntersuchung". Sie werden in eine Röhre gelegt die doch ziemlichen Lärm macht. Dort werden Sie mit Magnetstrahlen "durchleuchtet"(Röntgenstrahlen kommen hierbei gar nicht zum Einsatz, aber ich denke, den Fehler können Sie mir hoffentlich verzeihen. Nicht??? Und wenn ich mich vor Ihnen auf die Knie werfe und um Vergebung flehe? ;-) ). Ich sag's Ihnen gleich, so schöne Aufnahmen vom Inneren Ihres Kopfes haben Sie noch nicht gesehen. (Das Einzige was ich daran zu bemängeln habe: superteuere Geräte und die Bilder sind immer noch Schwarz/Weis :-) ). Sollten Sie unter Platzangst leiden, wenden Sie sich an den dortigen Arzt. Aber normalerweise spricht er Sie auch darauf an.
Auf diesen Aufnahmen sind akute oder auch ausgebrannte Herde mehr oder weniger deutlich zu sehen. Diese Aufnahmen dienen am Anfang mit zur Diagnose, später sind sie nur noch als Verlaufskontrolle gedacht.



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Lumbalpunktion


Bei der Lumbalpunktion (Nervenwasseruntersuchung) wird Ihnen aus dem Rückenmarkskanal Nervenwasser entnommen. Dies geschieht im unteren Teil der Wirbelsäule. Passieren kann da normalerweise nichts dabei, außer dass Sie danach Kopfschmerzen bekommen. Sie sollten viel danach trinken, um die Nervenwasserentnahme wieder auszugleichen.

Inzwischen sind aber auch immer mehr neue "Nadeln" dabei im Einsatz, bei denen man die Lumbalpunktion sogar ambulant machen kann.

Diese Untersuchung dient zur Feststellung ob sich entzündliche Prozesse dort abspielen. Anhand verschiedener Werte kann der Arzt diese gut auswerten.

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Die Symptome


Wie schon gesagt bespreche ich hier nicht die verschiedenen Symptome (MS wird auch als die Krankheit mit den tausend Gesichtern bezeichnet. Bei jedem der MS hat gibt sie sich anders. Man könnte fast sagen, sie ist wie ein Fingerabdruck, nämlich einmalig). Den Verlauf der Krankheit kann wirklich niemand voraussagen, nicht einmal der beste Arzt. Man kann nur verschiedene Verlaufsformen bestimmen. Anhand der Symptome wird der Arzt erst einmal die anderen Untersuchungen in die Wege leiten. Nur alle Untersuchungen zusammen lassen auf MS schließen. Eine direkte Untersuchung oder einen Test gibt es nicht, mit der man bestimmen kann, dass man MS hat. Nur durch Zusammenführen der verschiedenen Puzzelteile und Ausschließen anderer Krankheiten kommt man zu dem Schluss MS( Aber das ist auch nur 99,99% wahrscheinlich; 100%ig kann das erst der Pathologe sagen, nur hoffe ich, der kann noch bisschen darauf warten).

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Verschiedene Nervenleitungsuntersuchungen



Die verschiedenen Nervenleitungsuntersuchungen dienen, wie schon der Name sagt, zur Bestimmung der Leitfähigkeit der Nerven. Bei einem Schub (siehe Verlaufsformen ) oder zur Feststellung dauerhafter Schäden werden diese zu Hilfe herangezogen. Eine direkte Diagnose zu MS sind sie im eigentlichen Sinne nicht.




Therapien

Da MS immer noch nicht heilbar ist (erzählt wenigstens die Schulmedizin, es gibt aber auch bewiesene Fälle, in denen der Körper sich selbst geheilt hat. Aber dazu steht noch was in Abschließendes) gibt es Therapien im eigentlichen Sinne nicht. Aber es gibt Prophylaxemittel und Medikamente bei einer akuten Entzündung (siehe Medikamente). Durch ein "normales" Leben, man sollte darauf achten nicht zu übertreiben z.B. beim Sport. Das ist so gemeint; Sport treiben ja, das tut jedem gut. Aber nicht so stark, dass Sie sich danach nicht mehr auf den Beinen halten können. Zu große Belastungen können schubfördernd wirken. Aber nehmen Sie das bitte nicht als Ausrede dafür, dass Sie jetzt gar nichts mehr machen. Alles im Rahmen ist ok :-) Was ich so alles an Sport mache können Sie unter der Seite Rollisport nachlesen. Auch auf eine gesunde Ernährung sollte man achten. Dadurch schützen Sie sich auch vor anderen Krankheiten, die den Körper und somit das Immunsystem doch ganz schön angreifen können.




Medikamente

Bei den Medikamenten unterscheidet man zwischen den Prophylaxemitteln, die vorbeugend genommen werden, mit denen man doch schon größere Erfolge bei der Behandlung der MS erzielt hat, und den Medikamenten die man bei einer akuten Entzündung nimmt. Da ich ja diese Seite schreibe, halte ich mich hier an die Schulmedizin. Über andere, sogenannte "alternative Medikamente", spreche ich hier nicht.
Die Mittel der Schulmedizin hier haben in Studien bewiesen, dass sie helfen können. Leider wird, da MS noch nicht heilbar ist, auch gerne die Lage der Kranken, die sich an jeden Strohhalm klammern, gerne ausgenützt. Das soll aber nicht heißen, dass auch Mittel und Therapien außerhalb der Schulmedizin nicht helfen können.

Zum genauen Wirkungsbereich und Anwendung, und ob eines der Medikamente für Sie überhaupt in Frage kommt, klären Sie mit Ihrem Arzt.

Bei einem akuten Schub


Bei akuten Schüben wird in der Regel Cortison gegeben. Bei leichteren Schüben oder auch am Anfang der Krankheit wird dies gerne in Tablettenform verabreicht. Bei stärkeren Schüben wird auch Cortison in der sogenannten "Stoßtherapie" hochdosiert (250mg, 500mg oder sogar 1000mg) über 3 - 7 Tage intra Venös verabreicht. Da es aber viele verschiedene Cortisonpräparate auf dem Markt gibt, vertrauen Sie Ihrem Arzt, was er Ihnen verschreibt. Sollten allerdings Nebenwirkungen auftreten, sprechen Sie mit Ihm darüber. Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass ich auf einzelne Präparate mehr oder weniger "reagiere". Durch meine häufigen Schübe hatte ich genug Zeit, verschiedene Medikamente auszuprobieren und bin schließlich bei denen gelandet, die mir die wenigsten Probleme brachten. ( Siehe auch: Mein Krankheitsverlauf

Prophylaxemittel


Hier sind einmal die Interferone zu nennen. Bekannte Medikamente sind:
  • Betaferon
  • Avonex
  • Rebif

Immunsupresiva
  • Immurek

und zum Schluß
  • Copaxone
Dies zählt genauso wie die Interferone zu den Immunmodulierenden Medikamenten.

Und dann gibts da noch Eins. Nimmt allerdings jetzt eine kleine Sonderstellung ein. Das Mittel heißt
  • Mitoxantron

Sonderstellung darum: das Mittel kommt eigentlich aus der Krebsforschung und ist eigentlich eine Chemotherapie. Zudem kann man es höchstens 2 Jahre bekommen. Was danach ist kann ich leider noch nicht sagen, weil mir da die Informationen fehlen.(Sie können aber sicher sein, sobald ich Näheres weiß, stehts hier auch drin)




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