MS

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Abschließendes



Zum Abschluss möchte ich eigentlich nur sagen: sollten Sie MS haben, lassen Sie den Kopf nicht hängen. Niemand, wirklich niemand (auch nicht der Arzt, der mal wieder meint, er wäre ein Halbgott in Weis) kann den Verlauf bei Ihnen voraussagen. Und sollte es doch schlimmer kommen und sie sitzen im Rollstuhl. Es gibt wirklich schlimmeres. Aber ändern Sie trotzdem Ihr Leben. Leben Sie vor allem bewusster. Gelassener. Was bringt es Ihnen sich über Sachen zu ärgern oder sogar richtig aufzuregen, dass doch viel leichter mit einem Lächeln zu bewältigen ist. Ist erstens nicht so Zeitaufwendig, zweitens macht's vieeeeeel mehr Spaß und drittens, das wichtigste: diesen Angriffspunkt nehmen Sie schon mal der MS weg. Die darf sich dann einen anderen Weg suchen, falls Ihr dabei es nicht vergangen ist und Sie einfach in Ruhe lässt.

Und noch kurz zu meinem Verlauf. In meinem Krankheitsverlauf habe ich ja geschildert wie es mir so in etwa geht. Jetzt mal auch zu was schönem dabei.

Im Juli/August 2000 konnte ich aufgrund der Spastik, Mai 1999 und Dezember/Januar 1999/2000 und auch Juni/Juli 2002 wegen der MS nicht mehr gehen. Ich war also gehunfähig. Im November 2000 benutzte ich in der Wohnung den Rolli kaum noch. Jetzt im August 2002 mache ich schon etwa 1/3 wieder mit dem Rollator. Mit festhalten oder am Rollator schaffe ich inzwischen ca. 200 m am Stück. Angefangen habe ich mit mühevollen 20 - 30 m. Wobei man das kaum laufen nennen konnte.
Heute Nacht, ich konnte wieder einmal nicht schlafen, passierte etwas wunderschönes. Ich lief ca 150 m am Stück. Die ersten 80 m etwa dabei, kamen mir vor als wäre ich nie krank gewesen. Ich lief wie früher beim Spazierengehn. Ohne auch nur irgendwelcher fehler der Beine, ohne Schmerzen, rein gar nichts.
Das, würde ich einmal sagen, lässt doch hoffen :-) .
Vor ein paar Tagen saß ich an einem Tag so ca.3 Stunde im Rolli. Den Rest des Tages lief ich rum. Frei oder mit Rollator. Und was das schöne dabei war, das ich mich gar nicht in den Rolli setzen wollte, weil's zu Fuß einfacher war
Was ich jetzt im Jahr 2002 so erlebt habe, das war schon wieder ziemlich heftig. Und genau dieses laufen tut richtig gut. Es ist einfach schön zu merken, wie es wieder aufwärts geht. Vorgestern habe ich ein Glas Sprudel durch die halbe Wohnung getragen ohne auch nur einen Tropfen zu verschütten. Klappt doch, wer sag's denn. Ich kann zwar nicht (besser gesagt noch nicht) den ganzen Tag laufen aber die Strecken oder auch Zeiten, die ich mich nicht im Rolli befinde, werden immer länger.

Wie Sie also sehen, es muss nicht immer nur Bergab gehen. Es geht auch anders. Zudem kommen die nächsten Jahre neue Medikamente auf den Markt die sehr vielversprechende Aussichten haben, die MS zu stoppen oder kleiner Fehler (vielleicht auch größere) zu reparieren. Also, Kopf hoch.
(Stand August 2002)
Ich halt Sie hier weiter auf dem laufenden. Über Medikamente und wie es mit mir so weitergeht. Versprochen.